Guter Empfang für digitales Fernsehen DVB-T2 und DAB+ Radio – ein Überblick zur wichtigen Antennentechnik

Antennentechnik-damals-heute

1. Eine kurze Geschichte der Radio- und TV-Antenne

Noch vor ein paar Jahrzehnten prägten mehr oder weniger große Dachantennen mit ihren typischen Metallgittern und -streben das Bild in Dörfern oder Städten. Diese sogenannten UHF-Antennen waren lange Zeit Garant und einzige Möglichkeit für den Fernsehempfang. Sie konnten genauso die Signale der Radiosender aufnehmen, aber hier setzten sich bei vielen eher Zimmerantennen durch – zum Beispiel als Teleskopantenne an den Radioempfängern oder als Wurfantenne, wenn ein Antenneneingang vorhanden war.


Es war das Zeitalter des analogen Home Entertainments. Daran änderte sich zunächst auch nichts, als Mitte der Achtzigerjahre das Kabelfernsehen und nur etwas später der direkte Satellitenempfang von Fernsehen und Radio immer mehr der alten Dachantennen verdrängten. Allen voran mit einem größeren Senderangebot konnten die neuen Übertragungswege viele schnell von sich überzeugen.


Das klassische Antennenfernsehen wurde aber parallel weiterhin ausgestrahlt. Erst nach der Jahrtausendwende begann mit dem neuen Übertragungsstandard DVB-T zunächst in Berlin schrittweise der Wechsel in das digitale Zeitalter des Antennenfernsehens. Danach sollte es gut zehn Jahre dauern, bis überall in Deutschland flächendeckend DVB-T verfügbar und sukzessive die alte analoge Übertragung abgeschaltet wurde.


Für das gute alte UKW-Antennenradio ist das noch Zukunftsmusik. Zwar ist der digitale Nachfolger DAB+ längst im ganzen Land zu empfangen, aber die Abschaltung der UKW-Frequenzen wird frühestens 2032 erfolgen. Der Grund dafür ist einfach: Trotz vieler Vorteile von DAB+, wie bessere Klangqualität, Zusatzdienste oder gutem mobilem Empfang aller Sender im Auto, wollen sich die Hörer nicht vom UKW-Radio verabschieden. Rund zwei Drittel bleiben immer noch dem Analogradio.


Digitales Fernsehen – ob im Kabel, via Satellit oder über die Fernsehantenne kam von Anfang an besser an. Während Radio oft nebenbei gehört wird, erhält das Fernsehprogramm viel eher die direkte Aufmerksamkeit. Die Vorteile digitaler TV-Bilder mit höherer Bildqualität fallen dann sofort ins Auge.


Diese Bildqualität hinter der TV Antenne erreichte nach DVB-T schnell die nächste Dimension: DVB-T2 mit einer Auflösung von 1080p oder Full HD anstelle der vorherigen einfachen SD-Auflösung. Nur rund drei Jahre nach der kompletten Digitalisierung des Antennenfernsehens fiel 2016 deswegen schon der Startschuss für die zweite Generation.

2. Was ist DVB-T2-Fernsehen?

fernsehsender

Die Abkürzung DVB-T2 steht für „Digital Video Broadcasting – Terrestrial, 2nd Generation“ oder auf Deutsch: die zweite Generation des digitalen Antennenfernsehens. Sie zeigt gegenüber ihrem Vorläufer schon auf den ersten Blick gleich mehrere Vorteile:


•höhere Bildauflösung oder -qualität in Full HD beziehungsweise 1080p mit 50Hz oder 50 Vollbildern in der Sekunde – eine optimalen Wiedergabe für zumeist mit 24 oder 25 Bildern pro Sekunde aufgenommene Filme

•größeres bundesweites Senderangebot

•weniger regionale Einschränkungen in der Senderliste wie noch mit DVB-T

•robustere, stabilere Sendesignale

•kürzere Umschaltzeiten zwischen den Sendern

•offen für verschiedene Videokompressionsverfahren und damit für eine effizientere Nutzung der Übertragungsfrequenzen

•Anwendungsprogramme und Zusatzdienste mit HbbTV und Internetanschluss nutzbar


Damit hat sich die zweite DVB-T-Generation nicht nur in Deutschland schnell etabliert. Im Großteil Europas bildete sie 2020 den neuen Standard für digitales Antennenfernsehen – ebenso in vielen Ländern weltweit von Afghanistan oder Argentinien über Kenia und Neuseeland bis nach Vietnam.


Allerdings erfolgte der zeitnahe Wechsel der DVB-T-Standards nicht nur unter dem Aspekt der Pluspunkte für Nutzer oder Zuschauer. Hier in Deutschland wurden auch die alten Frequenzen dringend benötigt, um das mobile High-Speed-Internet zügig ausbauen zu können. Durch höhere Datenkompression konnte das Fernsehen dafür schnell in einen kleineren anderen Frequenzbereich wechseln und dabei trotzdem mehr Komfort anbieten.

2.1 Was braucht man für den DVB-T2-Empfang?

Das neue digitale Antennenfernsehen verlangt nach einem klassischen Setup aus Receiver und Fernsehantenne. Neuere Fernseher sind mit einem geeigneten internen Empfänger ausgerüstet. Dazu gibt es Dutzende externe DVB-T2-Receiver mit oder ohne Extras wie zum Beispiel eine Videorekorder-Funktion über externe oder interne Festplatten.


Geeignete Receiver oder TV-Geräte und einige USB-Sticks für den Fernsehempfang am PC sind durch das einheitliche grün-weiße DVB-T2-HD-Logo in der Produktbeschreibung oder auf der Verpackung leicht zu erkennen.


Wichtig: Ältere DVB-T-Receiver sind nicht mit dem neuen Standard kompatibel, da sie den nun für die Übertragungen genutzten HEVC-Videocodec nicht unterstützen. Ein Softwareupdate älterer Receiver ist nicht möglich, da das neue High Efficiency Video Coding – kurz HEVC – hardwareseitige Unterstützung braucht.


Beim Kauf der benötigten Antenne ist die Suche nach solchen Kennzeichnungen überflüssig. Denn jede gewöhnliche TV-Antenne kann die DVB-T2-Signale empfangen – bis hin zur alten Dachantenne. Vor allem in einer bergigen geographischen Umgebung oder bei einer weiten Entfernung zum nächsten Sendemast können diese Antennen-Veteranen immer noch mit optimalem DVB-T2-Empfang überzeugen.


Da aber kaum noch jemand eine solche Antenne auf dem Dach hat, braucht es für das moderne Antennenfernsehen neue externe oder interne Antennen – eine neue Außenantenne oder eines der verschiedenen Zimmerantennen-Modelle. Welcher Typ für den individuellen Standort die beste Wahl ist, verrät der Online-Empfangscheck der DVB-T2-Initiative, die von den öffentlich-rechtlichen und privaten Sendeanstalten in Deutschland getragen wird.


Anhand der persönlichen Postleitzahl identifiziert dieses offizielle Informationsportal die Signalstärke vor Ort und rät entsprechend zu Zimmer- oder Außenantenne. Wenn Sie diesen Empfangscheck durchführen, sehen Sie bei der Ergebnisanzeige gleich eine weitere Besonderheit von DVB-T2:

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2.2 Senderangebot und Abo-Modell

War das erste digitale Fernseh-Angebot über Antenne komplett kostenlos, teilt es sich nun in Free- und Pay-TV auf. Die öffentlich-rechtlichen Sender von Das Erste und dem ZDF sind frei empfangbar. Bundesweit stehen hier zehn überregionale Sender und bis zu zwölf regionale dritte Programme mit standortabhängigem Empfang zur Verfügung. Mit HbbTV und Internetanschluss öffnet sich für fehlende Regionalprogramme ein Livestream.


Die Sender der Mediengruppe RTL und von ProSiebenSat.1 Media sind dagegen in einem abonnementpflichtigen Paket gebündelt. Dieses beinhaltete 2020 24 Sender bis hin zum Disney Channel oder Eurosport. Vermarktet wird das verschlüsselte Senderpaket von der freenet Group als freenet TV mit monatlich kündbaren Abonnements oder als Jahres-Abo. Dafür wurden 2020 knapp sieben Euro im Monat beziehungsweise etwa 83 Euro pro Jahr fällig.


Um die Sender zu entschlüsseln, ist entweder ein freenet TV CI+ Modul erforderlich oder ein spezieller freenet TV Receiver beziehungsweise USB-Stick. Käufer dieser Geräte erhalten oft eine kostenlose Freischaltung von bis zu zwölf Monaten. Anschließend kann das TV-Abo durch Zahlung per Guthabenkarte oder Bankeinzug nahtlos weitergenutzt werden. Daneben gibt es aber auch einige TV-Geräte oder Receiver, die mit einem freenet-TV-Logo anzeigen, dass sie von Haus aus die Entschlüsselungstechnik mitbringen. Sie erfordern nur noch eine Onlineaktivierung des Programmpakets.

3. Was ist DVB-T2 HD und was braucht man für den Empfang?

Cord Hockemeyer 2

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DVB-T2 HD ist kein eigener Übertragungsstandard, sondern kennzeichnet nur das speziell in Deutschland genutzte Übertragungsverfahren mit höheren Kompressionsraten der Fernsehbilder.


Ob ein Fernseher oder Receiver für den reibungslosen Empfang von hochauflösenden digitalen Antennenfernsehens vorbereitet ist, erkennen Sie am DVB-T2-HD-Logo. Bei Importgeräten aus dem Ausland, die nur ein DVB-T2-Label mitbringen, ist nicht gewährleistet, dass neben dem .H264-Videokompressionsstandard auch die moderne Variante .H265 der hierzulande genutzten Übertragungen angezeigt werden kann.


Die Antenne für den Empfang muss dagegen keine besonderen Anforderungen erfüllen. Aber welche Arten von Antennen gibt es überhaupt? Worauf sollten Sie beim Antennenkauf für das hochauflösende DVB-T2 achten?

4. Aktive und passive Antennen

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Alle Antennen sind vom Prinzip her passive Hochfrequenz-Komponenten, die elektromagnetische Wellen aus dem Raum auffangen oder sammeln, diese in eine hochfrequente Spannung wandeln und dann über eine Leitung – das Antennenkabel – weitergeben.


Sind die Antennen mit einem Verstärker für die Signale oder Wellen ausgestattet, spricht man von aktiven Antennen im Gegensatz zu passiven Varianten, die keine Aufbereitung vornehmen. Doch die aktive Antenne ist nicht automatisch die bessere Wahl.


Denn guter Fernsehempfang hängt nicht nur von der Signalstärke ab, sondern eher von der Signalqualität. Beeinträchtigen verschiedene Standortbedingungen die Qualität, hilft ein Verstärker nicht, diese Probleme zu beheben. Solche Störfaktoren können zum Beispiel dicke Wände aus Stahlbeton bilden oder auch die Platzierung einer DVB-T2-Antenne auf einem Metallregal. Hier hilft es aber oft schon, für die TV Antenne einen neuen Platz zu suchen.


Verbessert sich dadurch die Signalqualität, leisten aktive Antennen mit Verstärker wieder gute Dienste und bereiten die Signale weiter entfernter Sendemasten für eine bessere Bildqualität zusätzlich auf. Oehlbach setzt deswegen bei seinen verschiedenen DVB-T2-Antennen immer auf einen integrierten Verstärker mit besonders rauscharmer Technik für maximale Bild- und Tonqualität.

4.1 Oehlbach DVB-T2- oder DVB-T2-HD-Antennen

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Neben der Außenantenne Oehlbach Scope Vision Outdoor, die Sie mit einem optionalen Adapter sogar flexibel auf allen glatten Oberflächen anbringen können, finden Sie im Oehlbach-Onlineshop oder im ausgesuchten Fachhandel gleich eine ganze Reihe von DVB-T2-Zimmerantennen.


Lassen sich Kabel und anderes Home Entertainment Zubehör für einen aufgeräumten Eindruck oft gut und leicht hinter Möbeln verstecken, brauchen DVB-T-Antennen für idealen Empfang in aller Regel einen exponierten, offenen Standort im Raum. Das macht sie gut sichtbar und deswegen sollten sie gut aussehen beziehungsweise sich mit modernem, zeitlosem Design optimal in jedes Ambiente einfügen.


So verfolgt Oehlbach bei der Entwicklung seiner Antennen schon immer den Design-Gedanken parallel zur technischen Innovation für ein deutliches Plus an Bild- oder Tonqualität und vereint Funktion mit Form. Die zeigt sich dann einmal ausdrucksstark wie in der Scope Omega DVB-T2-Zimmerantenne und genauso außergewöhnlich bei der TV-Antenne Scope Oval oder bleibt eher mit dezenter Eleganz im Hintergrund wie bei den Oehlbach DVB-T2-HD-Antennen Flat Style One, Scope Flat und Scope Vision.


Die Oehlbach Scope Max-Zimmerantenne betont dagegen klar ihre technische Natur und unterstreicht sie mit einer passenden Carbon-Optik. Diese Antenne verfügt sogar über einen LTE-Filter, der diese Mobilfunkfrequenzen nahe den Fernsehsignalen ausschließt und dadurch die Empfangsqualität weiter optimiert. Ein omni-direktionaler 360-Grad-Empfang macht sie zusätzlich zu einem idealen Kandidaten für guten Fernsehempfang unter schwierigen Bedingungen.


Auch die anderen Zimmerantennen nutzen für starken Empfang optimierte Technik bis hin zum 360-Grad-Empfänger, der sich neben der Scope Max beispielsweise auch in der Oehlbach Flat Style One findet. Die Antennen bieten dazu oft eine regulierbare Verstärkerleistung und sichern mit durchwegs rauscharmen Empfangsteilen selbst an Standorten mit schlechterer DVB-T2-Signaldurchdringung immer wieder überzeugende Bild- oder Tonqualität.


Zuletzt zeigen sie alle die typischen Merkmale echter Oehlbach-Technik beispielsweise mit 24 Karat vergoldeten Anschlüssen für ein präzise Signalübergabe an die weiteren Komponenten.